Das erste Stadium

Ich will die Musik lauter machen und schalte einen Gang runter. Auf dem Fahrrad, keine Sorge. Das ist das erste Stadium, denke ich. Oder das zweite. Ich habe nur vergessen, von was.

Bouncy, founcy, clownsy, pouncy

Wie einige schon an ausbleibenden Kommentaren und einem Buch-Date, zu dem ich romantischerweise mein Laptop mitgebracht habe, um nebenbei ein bisschen zu arbeiten und der Verabredung nur mit einem Achtel Ohr zuzuhören, äh – gemerkt haben, bin ich derzeit etwas abwesend.

Bis ich zurück bin, hört euch doch einfach jeden Tag das hier an:

5. Buch-Date Buchbesprechung

Hello! Hier ist schon mal der Sammellink zum 5. Buchdate. Diesmal ist alles anders, weil eine (überhaupt nicht schon seit einem halben Jahr feststehende) Reise und eine etwas längere Beschaffungsgeschichte sich irgendwie in die Quere kamen. Daher hier mein Logbuch zum 5. Buchdate. Die Bücher hat mir übrigens Myriade  empfohlen:

15.7.

  • Scheiße, das bestellte Buch kommt nicht mehr vor meiner Reise an. Muss ich es halt in der letzten Woche durchfliegen, während sich gleichzeitig die Arbeit auf dem schönen neuen Schreibtisch türmt …
  • Endlich halte ich das Buch in der Hand. Welches denn nun? Das über den Führer, der im Jahr 2011 plötzlich in Berlin auftaucht …
  • Sofort wird er für einen Schauspieler gehalten. „Sie sehen aus wie Adolf Hitler“, sagt der Kioskbesitzer. Adolf schmecken die Müsliriegel nicht, aber er hat erst mal eine Bleibe. Wie geht es weiter?

16.7.

  • Werd ich es überhaupt schaffen, hier bis Samstag einen vertretbaren Leseeindruck zu vermitteln? Was solls, jeder weiß, dass Logbücher plötzlich abbrechen, wenn die Seeleute –

17.7.

  • So, der Führer wohnt also vorerst in einem Zeitungskiosk, trägt jetzt Jeans und bringt erstmal seine Uniformi in die Reinigung.
  • Gefällt mir das Ganze soweit? Es geht so. Es ist schon teilweise lustig, aber so richtig lachen kann ich darüber eigentlich nicht. Finde ich es geschmacklos? Geschmacklos eigentlich auch nicht, aber na ja. Alles ist sehr langatmig beschrieben, es macht gar nichts, wenn ich ein paar Seiten überspringe, Hitler diskutiert immer noch an der Uniformfrage herum.
  • Die Idee, dass alles aus der Sicht des Quasi-Zeitreisenden Hitler geschrieben ist, der das, was er sieht, ständig fehlinterpretiert, sich selbst unfreiwillig, aber doch absehbar als Witzfigur inszeniert und in gewisser Hinsicht zum Sympathieträger wird, ist – na ja. Mal sehen, wie weit ich morgen komme.

18.7.

  • Gut, ich glaube, man kann festhalten, dass ich das Buch nicht mehr zu Ende schaffe. Ich könnte eine schöne Fake-Rezension verfassen:

Ein hervorragender gesellschaftskritischer Roman, erfrischend heiter in Anbetracht der dunklen Geschichte. Hitler in Jeans, zum Schießen! Nee – das ist geschmacklos, warte …

Na ja.

21.7.

  • Läuft dieser irre Diktator immer noch in Berlin rum?

Cauterets

Auf dem Marktplatz von Cauterets beginnt Heinrich Heines Atta Troll: Der Tanzbär Atta Troll reißt sich von der Kette los und flieht in die Pyrenäen. Der Dichter (und Erzähler der Geschichte) beobachtet die Szene vom Balkon aus zusammen mit der Geliebten, die er allerdings für eine Weile verlässt, um dem Bären nachzujagen und sich in eine abstruse Kette von Ereignissen verwickeln zu lassen, die sich alle in den Pyrenäen abspielen. 1841 war Heine zur Erholung in Cauterets. Der ‚eigentliche‘ Grund meiner Frankreichreise: diesen Spuren folgen. Es war grandios!