Buch-Date: Der Blaubeersommer

Wortgeflumselkritzelkram hat mir diesmal wieder drei Bücher empfohlen:

„Das Erbe des Zauberers“ von Terry Pratchett,
„Der Blaubeersommer“ von Polly Horvat und
„Im Taxi“ von Jochen Rausch.

In der Überschrift habe ich ja schon verraten, dass ich mich für die Blaubeeren entschieden habe. (Das Taxibuch habe ich mir aber auch direkt bei booklooker bestellt und schon mal reingelesen. ;-))

Die 14-jährige Ratsche wohnt mit ihrer Mutter allein in einer Kellerwohnung in Florida, darf sich nie mit Freunden treffen und trägt den Namen eines Werkzeugs, weil ihre Mutter komplett am Rad dreht. Die Mutter ist so egoistisch und kaltherzig, dass sie fast mit den Dursleys mithalten könnte. Jedenfalls schickt sie ihre Tochter den Sommer über zu ihren über neunzigjährigen Urgroßcousinen (jedenfalls entfernten Verwandten), die Ratsche gar nicht kennt. Die beiden leben in einem einsamen Haus in Maine, so weit ab von der Zivilisation, dass sich höchstens mal Bären in die Gegend verirren, oder Menschen, die  vom Weg abkommen und denken, das Haus der alten Frauen sei ein Waisenhaus, was dazu führt, dass bald noch ein Mädchen in Ratsches Alter, Harper, auftaucht, deren Mutter (die eigentlich ihre Tante ist) noch schlimmer drauf ist als Ratsches Mutter und die Dursleys zusammen. Sie gibt Harper einfach im Haus der alten Tanten ab. Diese sind etwas schrullig und legen auch Wert darauf, so bezeichnet zu werden. Sie sind der Meinung, die beiden Mädchen sollten erstmal Autofahren lernen, denn schließlich können zwei über Neunzigjährige auch mal plötzlich sterben und dann säßen die Mädchen hilflos fest, wenn sie nicht Autofahren können …

Die Geschichte ist durch die eigenartigen und liebenswerten Charaktere skurril und schön. Alle vier, die alten Tanten, Ratsche und Harper, hat das Leben nicht geschont, daher gibt es trotz ihrer Unterschiedlichkeit etwas, das alle verbindet und sie zu einer familiären Gemeinschaft werden lässt.

Manchmal kommt die Ernsthaftigkeit und Lebensweisheit ein bisschen zu bärenhaft durch (was wahrscheinlich an den ganzen Bären in der Umgebung liegt, die auch vor Köchen und Hauslehrerinnen nicht haltmachen, wenn sie Hunger haben), fand ich beim Lesen. Aber insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. So zwei alte Urgroßcousinentanten, die sich nicht darum scheren, was die Leute reden, kann man jedem Kind wünschen, besonders so verlassenen Gestalten wie Ratsche und Harper.

Der Titel ist etwas seltsam, aber gewissermaßen geht es in dem Buch auch um Blaubeeren.

Hier findet ihr den Sammelbeitrag mit den anderen Beiträgen zum Buch-Date.

Hat mir wieder viel Spaß gemacht, danke Wortgeflumselkritzelkram!

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Buch-Date: Leseempfehlungen für Myriade

Es gibt mal wieder ein Buch-Date, und ich bin nicht dabei. Doch, bin doch dabei. Heute empfehle ich also Myriade drei Bücher.

Mit „so ziemlich alles außer Liebeskitsch“ lässt du mir ja viel Spielraum, und da ich auf letzteres auch nicht stehe, kann ich mich in der Hinsicht schon mal nicht vertun. :-) Also empfehle ich dir einfach mal drei Bücher, von denen ich hoffe, dass du sie noch nicht kennst:

  1. Felix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

Es geht um Zeitreisen ‒ oder doch nicht? Oder doch? Die Geschichte ist ziemlich abstrus, sie spielt im 19. Jahrhundert zur Zeit von H. G. Wells, Arthur Conan Doyle, Henry James, Bram Stoker und Jack the Ripper, die im Übrigen alle in der Geschichte vorkommen. Der Band ist der erste Teil einer Trilogie und besteht auch selbst aus drei Teilen, die zunächst nur am Rande miteinander zu tun haben. Ich habe das Ganze als Hörbuch gehört und fand es einfallsreich und unterhaltsam.

  1. Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove

Der etwas griesgrämige Witwer Ove will seinem Leben ein Ende setzen. Aber irgendwie kommt immer etwas dazwischen und statt zu sterben, lebt der desillusionierte, wortkarge Einzelgänger langsam wieder auf. Die Geschichte ist stellenweise etwas blumig geschrieben, aber die Geschichte ist einzigartig. Kann ich wirklich nur empfehlen (auch als Hörbuch).

  1. Ursula Poznanski: Fremd

Eigentlich lese ich keine Thriller, aber manchmal eben doch. Wenn du diesen noch nicht kennst, fang ihn auf keinen Fall an, wenn du in einer Stunde zur Arbeit musst …
Joanna (aus deren Sicht der Leser das erste Kapitel liest) macht es sich abends gemütlich, als sie Geräusche an der Tür hört. Plötzlich steht ein Einbrecher im Haus, aber etwas ist ungewöhnlich: Er hat einen Schlüssel.
Erik (aus dessen Sicht der Leser das zweite Kapitel liest) kommt abends von der Arbeit nach Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht und hält ihn für einen Einbrecher, und noch etwas ist merkwürdig: Alle seine Sachen sind aus dem Haus verschwunden.
Das Buch ist extrem spannend und man weiß bis kurz vor Schluss nicht, wer hier eigentlich spinnt …

Ich hoffe, etwas davon trifft deinen Geschmack.

P. S.: Hiermit gestatte ich es auch anderen Personen, diese Bücher zu lesen.

Mein liebstes Hobby

Verreisen mit Google Street View

Mal wieder kein Geld für den Sommerurlaub? Macht nichts. Ich war dieses Jahr schon in Paris, Toronto, Hawaii, Köln, Berlin und Ambleside.

Hundert Jahre Langeweile

Kürzlich habe ich hundert Jahre gebraucht, um Gabriel García Márquez Hundert Jahre Einsamkeit zu lesen.