Die Apotheose des Waffeleisens

Nicht erst seit der Antike lassen sich Götter als wichtigste metaphysische Bezugskonstanten des Menschen nachweisen. Bereits in prähistorischer Zeit wurden kulturelle Stätten zur Entsorgung von Schalentieren genutzt, deren essbare Teile zuvor verspeist worden waren. Die Abfälle wurden den Göttern geopfert. Durch die Deklaration als Heiligtum konnte die Gemeindeverwaltung es umgehen, eine Müllentsorgungsgebührenverordnung zu erlassen. Die alten Griechen machten es genauso, nur die Ägypter, die bekanntlich alles anders machen, ernährten sich überhaupt nicht von Schalentieren, sondern ausschließlich von Lauchgewächsen.

Aber das sind alles nur Nebenschauplätze. Was uns heute sowohl aus theologischer wie aus philosophisch-soziologischer und kulturhistorischer Sicht besonders interessiert, ist die Metapher des Waffeleisens als ein Göttliches.

Es versteht sich, dass sich aus Gründen der Pietät nichts weiter dazu sagen lässt, als dass es unsere heilige Pflicht ist, das Waffeleisen zu schützen und zu befüllen, sooft es uns möglich ist.

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4 Gedanken zu „Die Apotheose des Waffeleisens“

  1. Gut, dass ich heute diesen Beitrag gelesen habe – wollte ich doch gerade mein Waffeleisen wegen Unbenutztheit oder extrem seltener Benutztheit den Deponiegöttern opfern. Danke für diesen wertvollen Beitrag.

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  2. Jetzt bliebe hierbei noch zu klären ob die bestimmte neutrale Determinanz DAS zum Göttlichen erklärt, da ungeschlechtlich, oder ob es ‚der Waffeleisen‘ oder ‚die Waffeleisin‘ heißen soll. Ein Krieg würde entbrennen und das Chitosan würde ganz anders gewertschätzt, nämlich als Sakrament zum Abspecken von Gender-Thesen in Assoziation zum wahrhaft Göttlichen. Amen.☺️

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