Buch-Date III!

Diesmal schreibe ich alles in diesem Blog, mein Bücherblog ist so verwaist, und hier ist mein blog home. Inzwischen followen schon 94 Personen diesem Blog, erstaunlich genug, wenn man bedenkt, wie viel Unsinn ich hier schreibe. Aber jetzt zur Sache: Zeilenende und wortgeflumselkritzelkram haben das dritte Buch-Date ausgerufen, und darum empfehle ich Eva von the lost art of keeping secrets heute drei Bücher. Mir wird bibobuchling drei Bücher empfehlen, von denen ich dann eins auswähle und am 1. März hier vorstelle. Der erste März ist auch der Geburtstag mehrerer Personen, aber wen interessiertʼs? Hier geht es um Büüüücher!!

Hello Eva,

ich freue mich, dass ich Dir diese Bücher empfehlen kann und hoffe, dass Du sie nicht sämtlich schon kennst:

Zuerst empfehle ich Dir ein autobiographisches Buch von José Mauro de Vasconcelos: My Sweet-Orange Tree.
Zézé wächst in den 20er Jahren mit fünf Geschwistern in einer armen Familie in Brasilien auf. Sein Vater und seine älteren Schwestern lassen ihren Lebensunmut in Form von Schlägen an dem Fünfjährigen aus. Das Gebilde aus Armut, Gewalt und Enttäuschungen kann Zézés Lebensmut nichts anhaben. Ständig denkt er sich neue Streiche aus, kümmert sich liebevoll um seinen jüngsten Bruder, bringt sich selbst das Lesen bei, und dann wird auch noch sein größter Feind, der Portugiese Manuel Valadares, der einen großen Wagen und ein Haus ganz für sich allein hat, sein bester Freund, der ihm das gibt, was Zézés Eltern nicht vermögen: Zuwendung und Zuspruch. Die Geschichte ist ermutigend und schön, aber auch unendlich traurig.
Es gibt auch eine deutsche Übersetzung: Wenn ich einmal groß bin, bzw. eine Neuauflage unter dem Titel Mein kleiner Orangenbaum. Aber wenn Du irgendwie drankommst, würde ich Dir empfehlen, die englische, spanische oder, falls Du Portugiesisch kannst, die Originalversion zu lesen.

Das Zweite, das ich Dir empfehlen möchte, ist Kressmann (Kathrine) Taylors Adressat unbekannt (Address unknown). Es handelt sich um einen fingierten Briefwechsel in den 30er Jahren zwischen den Freunden und Geschäftspartnern Max und Martin. Max ist Jude, und Martin, der sich von der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland mitreißen lässt, kündigt dem ehemaligen Freund die Freundschaft. Sind es nur Vorsichtsmaßnahmen des Freundes? Stecken doch andere, persönliche Botschaften in den Briefen? Als Max die bittere Wahrheit erkennt, fasst er einen so verzweifelten wie genialen Entschluss.
Der Briefwechsel (zuerst 1938/39 erschienen) ist ein bemerkenswertes Denkmal für gewaltfreien Widerstand.

Ich kann es überdies keinesfalls unterlassen, jemandem, der Arno Schmidt schätzt, die Vertonungen zu Auszügen aus Zettels Traum, gelesen von Jan Philipp Reemtsma u. a., zu empfehlen, falls Du es nicht schon kennst. Es ist zu verrückt und zu wunderbar umgesetzt, um es nicht jedem Schmidt-Freund aufzuschwatzen.

Ich hoffe, es ist etwas dabei, das Dir gefällt …

Advertisements

5 Gedanken zu „Buch-Date III!“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s