Autofahren mit Familie Tausend (Teil 1)

Sagen wir, ein gewisser Bruder wollte ein gewisses Auto aus einer gewissen Nachbarstadt abholen und erkundigte sich bei einer gewissen Schwester, ob sie ihn eventuell dort hinfahren könne. Lassen wir das mit dem „Gewissen“ mal sein, denn seien wir mal ehrlich – das nervt doch. Sagen wir also – nein, lassen wir das mit dem „Sagen wir“ und überhaupt mit dem „Wir“ auch sein: Am letzten Donnerstag also rief mein Bruder an: „Ich bin jetzt gerade an der Kfz-Zulassungsstelle und würde danach gern den Wagen abholen, kannst du?“ „Äh, ja, wo ist das?“ „Ja, hier und da, in einem Stadtteil, in dem du dich kein bisschen auskennst und nicht weißt, wie du da hinkommst.“ Das jedenfalls war es, was ich verstand. Vielleicht hat er es etwas anders formuliert. „Äh, wie soll ich denn da hinkommen?“ „Ach, kein Problem, ich hab eh noch Zeit und ein Tagesticket, ich komm dann bei dir vorbei.“ „Sehr gut, bis gleich.“
Kurz darauf rief mein Bruder wieder an: „Äh, also ich bin ja gerade an der Kfz-Zulassungsstelle.“ „Ja.“ „Und rat mal, was ich vergessen habe.“ „Was?“ „Die Fahrzeugpapiere.“ „Sehr praktisch.“ „Ich muss dann jetzt erstmal wieder nach Hause.“ „Ok, dann komme ich da hin und wir fahren dann zusammen dahin und von da aus das Auto abholen. Ich hab den Wagen aber est ab 14 Uhr.“ „Gut, dann hole ich die Papiere und komme zu dir und wir fahren dann los, das geht schneller.“ „Gut, bis dann.“
Als ich um 14 Uhr 12 formschön vor der Tür meines Bruders eingeparkt habe, lese ich in meinen Whatsapp-Nachrichten: „Also ich bin jetzt bei dir vor der Tür, wo bist du?“ „Also ich bin jetzt bei dir vor der Tür.“ Ganz vergessen, dass wir uns bei mir treffen wollten. „Dann wird es jetzt ein bisschen eng“, meint mein Bruder und übernimmt das Steuer, nachdem ich ihn bei mir zu Hause abgeholt habe.
Er schafft es tatsächlich innerhalb von 20 Minuten einen Stadtteil zu erreichen, der meiner Erinnerung nach am anderen Ende der Welt liegt. Dabei beschimpft er mehrere LKW-Fahrer, Fußgänger und Ampeln. Wir kommen noch rechtzeitig, mein Bruder springt, sobald wir in die Straße eingebogen sind, aus dem Wagen und ich parke statt auf dem Parkplatz der Zulassungsstelle in einer Nebenstraße, weil mich ein Mann mit einer orangefarbenen Weste an der Schranke vor dem Parkplatz irritiert (und weil ich gern an Orten einparke, die unbeobachtet sind).

Soviel für heute. Wird der Bruder seine Nummernschilder bekommen? (Natürlich.) Wird es weitere Abenteuer geben? Erfahrt es morgen.

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4 Gedanken zu „Autofahren mit Familie Tausend (Teil 1)“

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