Wie Mildred Tee kocht 3/3

Die Entscheidung, die die Prinzessin bereits im Geheimen getroffen hatte, setzte sie mit Hilfe des Magiers um. Schon stand sie in der Küche und kochte sich einen Tee. Klaus kam herein und fragte, was sie bitteschön in ihrer Wohnung mache, denn er kannte sie kein bisschen. Aber da hatte sie den männlichen Lebensraum schon erobert, bat ihn, doch bitte kein Aufhebens zu machen und jetzt einfach einen Tee mit ihr zu trinken. Alles lief von nun an wie Marmeladenbrote (geschmiert) und es ist nicht mehr der Rede wert. Aber vielleicht sollte man noch wissen, dass die Prinzessin Mildred hieß.

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Wie die Prinzessin fast aus dem Fenster fällt und eine Entscheidung trifft 2/3

Der Ritter hatte die Prinzessin einfach gegen den Willen ihres Vaters gefragt, ob sie mit ihm gehen will. Sie wollte eigentlich nicht, aber sie rutschte an der Gardine ab und fiel dabei aus dem Fenster. Allerdings konnte sie sich noch an der Kordel festhalten und den Fall in etwas umwandeln, das etwas gewollter aussah als ein Fall. Der Prinz dachte wieder sonstwas, er kannte sie noch von früher. Sie wollte aber nichts mit ihm zu tun haben und rief den Hofmagier. Der sagte ihr, falls dies ein Märchen sei, müsse sie versuchen, es in einen neofeministischen Roman zu verwandeln, da ihre Chancen dann einfach insgesamt am besten stünden.

 

Wie der Ritter die Prinzessin fragt, ob sie mit ihm gehen will 1/3

Eines Tages kam ein Ritter zu einer befestigten Burganlage und stieg so dermaßen von seinem Pferd ab, dass alle ihn für einen Königssohn hielten, was er auch war. Die Prinzessin von dieser Burg war die Tochter des Burgherrn, der der König war. So ab lehnte er den Ritter, aus welchen Gründen, kann man in dieser Geschichte erst später erfahren, wenn überhaupt, dass er ihn wegger schicken wollte als alle anderen Königssöhne, die er je wegen Nichtgefallen weggeschickt hatte. Aber der Königssohn hatte eine laute Stimme und rief der Prinzessin, die am Fenster stand, zu: „Willst du mit mir gehen?“

Ja, kannten sie sich irgendwie? Oder machte dieser Ritter das einfach immer so?

Noch eine 10-Wörter-Geschichte

Als Antwort auf eine neue 10-Wörter-Geschichte bei OneBBO:

Wer vorsorgen möchte, investiert am besten nicht in private Renten oder Wertpapiere, sondern in solide Sachwerte, wie Klappspaten. Arno hatte sich ausgerechnet, dass er mit seiner spärlichen Rente gut über die Runden kommen würde, wenn er sich jetzt eine Sammlung von 100 Spaten zulegte. Klappspaten, sie sollten platzsparend verstaut werden können. Nicht in allem dachte Arno so minimalistisch. Sein Speicher war vollgestopft mit lauter Zeug. Was man im Laufe der Jahre halt so ansammelt. 20 alte Nebelmaschinen ‒ Arno war früher als Gestaltwandler auf Jahrmärkten aufgetreten, aber im Vertrauen, er war ein so miserabler Künstler gewesen, dass es diverser Nebelmaschinen bedurfte, um den Akt der Verwandlung gehörig zu verschleiern ‒, 30 Trommeln, in denen man Zement anmischen konnte, je 80 kg pro Trommel. Das machte … ja das machte eine ganze Menge Zement in kurzer Zeit. Den konnte er dann verkaufen. „Blitzzement“, hörte er sich schon rufen: „Nur 10 Euro pro 50 m³ Zement.“ Wenn man das Gemisch in einer Raunacht im Verhältnis 40:60 anrührte und je 70 Zaubernüsse dazugab, verdoppele sich die Menge, ohne dass man mehr Material verbrauchte, hatte er gelesen. So konnte man schon einigen Profit rausschlagen, vor allem, wenn man die Spaten gleich dazu verkaufte. Geschäftstüchtig musste man halt sein. „Kauft, liebe Leute“, rief er voller Vorfreude, während er seinen Löffel aus dem Pfefferminztee nahm, ihn stattdessen in den Pudding mit der Sahnewolke tauchte und ihn anschließend triumphierend in der Luft schwenkte: „Zement, Zement, liebe Leute!“ Naja, das war dann wohl doch zu schwülstig, aber einerlei – sein Alter schien gesichert. So konnte man auch ohne reiche Erbtante, die einem etwa ein Rosenquarz-Ei vermacht hätte, in aller Seelenruhe 90 werden.

Noch mehr Geschichten

gesehen, wieder eine Geschichtenaufgabe zum Mitmachen. Hier ist mein Beitrag:

Toni liebte Star Wars. Besonders die Laserschwerter. Surr surr. Das imaginäre Schwert sauste durch die Luft. „Du weißt, dass wir dir verboten haben, mit Waffen zu spielen“, sagte ihre Mutter. Schnell ließ Toni den Schaft hinter dem Rücken verschwinden. Die Mutter hielt ihn für ihren teuren Wimpernpinsel. „Du missbrauchst meinen guten Mascara als Kriegswaffe? Du hast sie wohl nicht mehr alle.“ Wütend riss sie Toni das Schwert aus der Hand und legte es zurück auf die Ablage im Badezimmer. „Krieg spielen ist böse, Toni. Begreif das endlich.“ „Aber ich habe gar nicht Krieg gespielt. Bloß Star Wars. Das war doch nur mein Laserschwert.“ „Du weißt doch gar nicht, was du sagst“, meinte die Mutter, inzwischen etwas milder. „Deine Großeltern waren im Krieg! Weißt du gar nicht, was das heißt?“ Toni schüttelte den Kopf. „Komm mal her. Du musst doch nicht mit einer Laserwaffe spielen. Du kennst doch Mary Poppins.“ Die Mutter kramte in einer Schublade und beförderte einen Griff vom Regenschirm zutage.
„Hier“, sagte sie und drückte Toni den Griff in die Hand. „Spiel Mary Poppins. Die hatte einen fliegenden Regenschirm.“ „Aber da fehlt ja der Schirm“, sagte Toni. „Ja und? Bei deinem Schwert fehlte doch auch die Klinge. Hast du keine Phantasie?“ „Doch“, sagte Toni, öffnete das Fenster und rief: „Flieg!“

Vielleicht hat ja noch jemand Lust. Ich bin verrückt nach neuen Geschichten …

Der misanthrope Backofen

Fragt nicht …