In eigener Sache (eigentlich ist alles, was ich hier veröffentliche, in eigener Sache, aber ich fand, das klingt nach einem bedeutenden Betreff, was durch diesen Zusatz hier natürlich gewissermaßen wieder untergraben wird)

Im Mai 2014 erschien meine Erzählung Schneewittchen. Darin geht es um eine junge Dichterin, die sich nach einem schweren Verlust in der Kindheit in eine Welt aus Märchen und Mythen geflüchtet hat und nun selbst Geschichten schreibt, in denen sie sich verlieren kann.
Sie begegnet Schneewittchen, einem alten Zwerg und dem Gralshüter Anfortas, dem gegenüber Parzival in der Sage aus Höflichkeit geschwiegen und damit versäumt hatte, ihn von seinem Leid zu erlösen.
In einem zweiten Handlungsstrang, einem Text, an dem die Dichterin gerade arbeitet, wird Schneewittchens Stiefmutter, eine verpeilte, selbstverliebte Zauberin, in die Unterwelt geschickt, wo sie die absurdesten Begegnungen und bemerkenswerte Einsichten hat.

Die Geschichte erzählt von der Leichtigkeit und der Freude an der phantastischen Welt (und am Absurden) und ist gleichzeitig eine Liebesbezeugung gegenüber der Kunst und der Literatur, die manchmal von den Eltern und von der Welt verlassene Kinder davor bewahrt, verloren zu gehen.

Wenn Ihr Interesse an einem skurrilen Ausflug in andere Welten habt, schon immer mal wissen wolltet, welches Schicksal die Hexe von Hänsel und Gretel in der Unterwelt erwartete und wieviel Tee die Protagonisten auf 120 Seiten trinken können, könnt Ihr ja mal hier schauen. Hier findet ihr das Buch:

http://www.bautz-shop.de/buecher/bellestristik/23797/merle-schatten-schneewittchen

Und hier das ebook:

http://www.bautz-shop.de/ebooks/bellestristik/24615/merle-schatten-schneewittchen

Wenn es Euch gefällt, könnt Ihr es natürlich auch gern weiterempfehlen.

Schein und Sein No 3

Es war einmal ein X, das wollte jemand einem für ein U vormachen. Aber es ließ sich nicht so recht verbiegen, und darum erkannte jeder, der es sah, sowieso gleich, dass es ein X war.

Der Koffer voller Geld von Andershans Christiansen

Es war einmal ein Kaufmannssohn, der hatte einen Koffer voller Geld geerbt. Man sagt, es war so viel, dass er die Straßen des gesamten Orients damit hätte pflastern können. Aber erstens scheint mir das unglaubwürdig und zweitens wäre er doch nicht ganz bei Trost, wenn er sein Geld geradezu auf die Straße geworfen hätte. Natürlich tat er es auch nicht, und darum fand er nie heraus, dass es ein fliegender Koffer war, der ihn an jeden nur erdenklichen Ort der Welt hätte bringen können, wenn er nur nicht so knausrig gewesen wäre.